|
|
 |
 |
 |
 |
Kunst im Karner
|
|
|
30. September 2006Kalligraph Joma Rezai "vom diskriminierten afghanischen Hazara zum Integrierten in Österreicher"Aufgrund ihrer Konfession und ihrer mongolischen Abstammung sind die Hazara nach dem Fall der schiitischen Safawiden und der Gründung des modernen Afghanistans, wo sie sowohl eine ethnische als auch eine konfessionelle Minderheit sind, immer wieder Opfer von Diskriminierung und Unterdrückung gewesen - besonders durch die tadschikische und paschtunische Elite. Im afghanischen Bürgerkrieg waren die Hazara immer wieder Opfer von Angriffen. So galt 1992 ein Angriff des Tadschiken Ahmad Schah Massoud in Kabul hauptsächlich der dort lebenden Hazara- Bevölkerung. Während der Herrschaft der Taliban kam es mehrmals zum Genozid gegen die Hazara. http://othmar.heim.at/kik/berichte_sept2006/kik_berichte_sept2006.html
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
|
Ich komme aus Afghanistan. Mein Vater war in meinem Geburtsort Mulla und ich hatte 9 Geschwister. Mein Vorname heißt "Freitag", weil ich an einem Freitag auf die Welt kam. Mit 7 Jahren durfte ich in die Schule gehen, die in einem anderen Ort war, so war ich dann immer nur zum Wochenende zuhause.
|
|
|
Als ich 9 Jahre alt war, flüchteten wir in den Iran nach Teheran. Auf dem Weg dorthin wurden wir von der schiitischen Volksgruppe der Hazara von den Paschtunen immer wieder schikanös kontrolliert und aufgehalten. Einmal konnte ich den Vorwurf, dass wir keine gläubigen Menschen seien, dadurch entkräften indem ich eine Sure aus dem Koran auswendig aufsagte…..
|
|
|
In Teheran, wo ich 10 Jahre lebte, besuchte ich die Koranschule, d.h. studierte Theologie und wurde auch zum Kalligraphen ausgebildet und übte diesen Beruf dort auch aus. In Briefen bewegten mich meine Eltern wieder nach Afghanistan zurückzukehren, dort hatte sich das Land und die Gesellschaft durch die neuen Machthaber, die Taliban, völlig verändert…..
|
|
Schließlich mussten viele der Hazara, die ja Schiiten sind, Afghanistan verlassen und ich flüchtete in eine Grenzstadt an der afghanischen-pakistanischen Grenze. Dort fasste ich den Entschluss nach Europa zu fliehen und gelangte nach einigen Monaten ins Flüchtlingslager Traiskirchen in Österreich." Ich bin jetzt 3 Jahre in Österreich und habe beim Integrationshaus in der Vorderbrühl einen Job als Portier.“ . (Text & Fotos Gerhard Metz
|
|
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
|